Spintor

Spintor

SpinTor mit dem Wirkstoff Spinosad ist ein Insektizid zur Bekämpfung von Wickler-Arten, schädlichen Raupen, Thripsen, Drosophila-Arten, Minierfliegen und anderen Schadinsekten im Gemüse-Obst und Weinbau sowie im Kartoffel- und Maisanbau

Wirkstoff:          480 g/l Spinosad
Formulierung:     Suspensionskonzentrat (SC)
Verpackung:      0,5L

Vorteile im Überblick

  • SpinTor besitzt einen einzigartigen Wirkungsmechanismus, der sich von bekannten Insektiziden unterscheidet. Es eignet sich ideal zur Anwendung in effektiven Resistenzmanagement-Strategien.
  • SpinTor ist äußerst kulturverträglich und kann im Gemüse- und Weinbau sowie im Kartoffel- und Maisanbau gegen eine vielzahl unterschiedlicher Schaderreger eingesetzt werden.
  • SpinTor wirkt innerhalb weniger Stunden sobald es von den Schädlingen aufgenommen wurde und zeigt eine sichere Wirkung bei hohen und niedrigen Temperaturen.

Anwendung in Weinbau (Tafel- und Keltertrauben)

Weinbau (Tafel- und Keltertrauben)
Aufwandmengen im Weinbau:
Von 40 ml/ha (Basisaufwand) bis 160 ml/ha (ES 75) mit den üblichen stadienbedingten Wasseraufwandmengen.
Basisaufwand:  40 ml/ha;
ES 61:   80 ml/ha;
ES 71:   120 ml/ha;
ES 75:   160 ml/ha.
Im Weinbau: Insgesamt nicht mehr als 4 Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr.
Gegen Einbindigen und Bekreuzten Traubenwickler (1. und 2. Generation):
Die erste Applikation erfolgt zum Schwarzkopfstadium bzw. Schlüpfen der ersten Larven. Die zweite Anwendung, falls erforderlich, 7 – 9 Tage später. Maximal 2 Behandlungen.
Gegen Rhombenspanner:
Ab Schlüpfen/Erscheinen der Larven. Basisaufwand: 40 ml/ha. Maximal 1 Behandlung.
Gegen Springwurm:
Ab Schlüpfen/Erscheinen der Larven.
Basisaufwand:  40 ml/ha;
ES 61:   80 ml/ ha.
Maximal 2 Behandlungen im Abstand von 7 bis 9 Tagen.

Gegen Gemeinen Ohrwurm:
Nach der Blüte (BBCH 71-81); bei Befallsbeginn
ES 71:   120 ml/ha in max. 800 l Wasser
ES 75:   160 ml/ha in max. 800 l Wasser
Maximal 2 Anwendungen im Abstand von 14 Tagen

Gegen Thripse: bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome/Schadorganismen, ausgenommen Blütezeit, spritzen. Maximal 2 Behandlungen im Abstand von mindestens 10 Tagen.
ES11: 0,04 l/ ha in 200 – 800 l Wasser/ ha
ES75: 0,16 l/ ha in 200 – 800 l Wasser/ ha

Gegen Drosophila-Arten: ab Beginn der Reife, Beeren beginnen hell zu werden (bzw. beginnen sich zu verfärben) bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome/Schadorganismen spritzen. Maximal 2 Behandlungen im Abstand von mindestens 7 Tagen.
ES81: 0,16 l/ ha in 400 – 800 l Wasser/ ha

Anwendung im Ackerbau

Gegen Kartoffelkäfer in Kartoffeln:
Ab Schlüpfen der ersten Larven nach Erreichen von Schwellenwerten oder nach Warndienstaufruf 50 ml/ha in 200 bis 400 l Wasser spritzen. Max. 2 Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr.
Zeitlicher Abstand zwischen den Behandlungen: mindestens 7 Tage.

Gegen Maiszünsler in Mais:
Ab Schlüpfen der Larven im Zeitraum BBCH 14 (4-Blatt Stadium) bis BBCH 59 (Ende Rispenschieben) spritzen. Maximal 1 Behandlung pro Kultur und Jahr.
Aufwandmenge: 0,2l/ha in 300 bis 600l Wasser/ha.

Anwendung in Gemüsebau

Gegen freifressende Schmetterlingsraupen an Kohlgemüse (ausgenommen Kohlrabi und Blattkohle):
Ab Schlüpfen der ersten Larven 0,2 l/ha in 400 bis 600 l Wasser/ha spritzen. Der Abstand zwischen den Behandlungen beträgt 10 Tage.
Maximale Zahl der Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr: 4
Gegen Thripse an Kohlgemüse (ausgenommen: Kohlrabi und Blattkohle):
Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome 0,2 l/ha in 400 bis 600 l Wasser/ha spritzen. Der Abstand zwischen Behandlungen beträgt 10 Tage. Es werden sowohl Imagines als auch Larven miterfasst.
Maximale Zahl der Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr: 4
Gegen Thripse an Speisezwiebel:
Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome 0,2 l/ha in 400 bis 600 l Wasser/ha spritzen. Maximal 4 Behandlungen im Abstand von 10 Tagen. Es werden sowohl Imagines als auch Larven miterfasst.
Maximale Zahl der Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr: 4
Gegen Thripse an Porree:
Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome 0,2 l/ha in 400 bis 600 l Wasser/ha spritzen. Der Abstand zwischen den Behandlungen beträgt 10 Tage. Es werden sowohl Imagines als auch Larven miterfasst.
Maximale Zahl der Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr: 4
Gegen Minierfliegen an Feldsalat:
Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome/Schadorganismen maximal 2 mal im Abstand von 10 bis 14 Tagen 0,3 l/ha in 200 bis 600 l Wasser spritzen.
Maximale Zahl der Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr: 2
Gegen Thripse an Zwiebelgemüse (Nutzung als Bundzwiebeln):
Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome/Schadorganismen maximal 2 mal im Abstand von 10 bis 14 Tagen 0,3 l/ha in 200 bis 600 l Wasser spritzen.
Maximale Zahl der Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr: 2
Gegen Thripse an Tomaten unter Glas:
Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome/Schadorganismen im Abstand von 5 bis 14 Tagen spritzen.
Maximale Zahl der Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr: 5
Aufwandmengen:
Pflanzengröße bis 50 cm:   0,3 l/ha in 600 l Wasser/ha
Pflanzengröße 50 bis 125 cm:  0,45 l/ha in 900 l Wasser/ha
Pflanzengröße über 125 cm:  0,6 l/ha in 1200 l Wasser/ha.

Gegen Minierfliegen an Tomaten unter Glas:
Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome/Schadorganismen maximal 5 mal im Abstand von 5 bis 14 Tagen spritzen.
Maximale Zahl der Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr: 5
Aufwandmengen:
Pflanzengröße bis 50 cm:   0,6 l/ha in 600 l Wasser/ha
Pflanzengröße 50 bis 125 cm:  0,9 l/ha in 900 l Wasser/ha
Pflanzengröße über 125 cm:  1,2 l/ha in 1200 l Wasser/ha

Gegen Thripse an Gurken unter Glas:
Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome/Schadorganismen im Abstand von 5 bis 14 Tagen spritzen.
Maximale Zahl der Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr: 3
Aufwandmengen:
Pflanzengröße bis 50 cm:   0,3 l/ha in 600 l Wasser/ha
Pflanzengröße 50 bis 125 cm:  0,45 l/ha in 900 l Wasser/ha
Pflanzengröße über 125 cm:  0,6 l/ha in 1200 l Wasser/ha
Gegen Thripse an Auberginen unter Glas:
Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome/Schadorganismen im Abstand von 5 bis 14 Tagen spritzen.
Maximale Zahl der Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr: 5
Aufwandmengen:
Pflanzengröße bis 50 cm:   0,3 l/ha in 600 l Wasser/ha
Pflanzengröße 50 bis 125 cm:  0,45 l/ha in 900 l Wasser/ha
Pflanzengröße über 125 cm:  0,6 l/ha in 1200 l Wasser/ha

Gegen Minierfliegen an Auberginen unter Glas:
Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome/Schadorganismen im Abstand von 5 bis 14 Tagen spritzen.
Maximale Zahl der Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr: 5
Aufwandmengen:
Pflanzengröße bis 50 cm:   0,6 l/ha in 600 l Wasser/ha
Pflanzengröße 50 bis 125 cm:  0,9 l/ha in 900 l Wasser/ha
Pflanzengröße über 125 cm:  1,2 l/ha in 1200 l Wasser/ha

Gegen Thripse an Gemüsepaprika im Gewächshaus:
Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome/Schadorganismen im Abstand von 10 bis 14 Tagen spritzen.
Maximale Zahl der Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr: 2
Aufwandmengen:
Pflanzengröße bis 50 cm:   0,3 l/ha in 600 l Wasser/ha
Pflanzengröße 50 bis 125 cm:  0,45 l/ha in 900 l Wasser/ha
Pflanzengröße über 125 cm:  0,6 l/ha in 1200 l Wasser/ha

Gegen Thripse an Gemüsefenchel im Freiland:
Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome/Schadorganismen im Abstand von 5 bis 14 Tagen spritzen.
Maximale Zahl der Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr: 2
Aufwandmenge: 0,3 l/ha in 400 bis 600 l Wasser/ha

Gegen Minierfliegen an Salaten, Endivien (Freiland, Gewächshaus):
Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome/Schadorganismen max. 2 mal im Abstand von 10 bis 14 Tagen 0,3 l/ha in 400 bis 600 l Wasser/ha spritzen.
Maximale Zahl der Behandlungen je Jahr: 2

Gegen Thripse an Salaten, Endivien (Freiland, Gewächshaus):
Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome/Schadorganismen max. 2 mal im Abstand von 10 bis 14 Tagen 0,3 l/ha in 400 bis 600 l Wasser/ha spritzen.
Maximale Zahl der Behandlungen je Jahr: 2

Gegen Minierfliege in Rucola-Arten (Freiland, unter Glas), Schnittlauch (Nutzung als frisches Kraut) Freiland, unter Glas:
Bei Befallsbeginn  0,2 l/ha in 400 – 600 l Wasser/ha. Max. 2 Anwendungen im Abstand von 7 bis 14 Tagen.

Gegen Thripse und Lauchmotte in Schnittlauch (Nutzung als frisches Kraut) Freiland, unter Glass:
Bei Befallsbeginn  0,2 l/ha in 400 – 600 l Wasser. Max. 2 Anwendungen im Abstand von 7 bis 14 Tagen.

Gegen Thripse und Minierfliegen an Schnittpetersilie im Gewächshaus (ab Kulturstadium BBCH 13):
Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome/Schadorganismen im Abstand von 10 bis 14 Tagen spritzen.
Maximale Zahl der Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr: 2
Aufwandmenge: 0,3 l/ha in 400 bis 600 l Wasser/ha
 
Gegen Thripse und Minierfliegen an Erbse und Buschbohne im Freiland (ab Kulturstadium BBCH 69):
Nach der Blüte bei Befall im Abstand von 10 bis 14 Tagen spritzen.
Maximale Zahl der Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr: 2
Aufwandmenge: 0,3 l/ha in 400 bis 600 l Wasser/ha

Gegen Kleine Kohlfliege an Blumenkohlen, Kopfkohlen (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl):
Zur Behandlung von Jungpflanzen in Anzuchtgefäßen im Gewächshaus 12 ml/1.000 Pflanzen in 1 bis 3 l Wasser/m² gießen.
Max. 1 Behandlung in dieser Anwendung, für die Kultur bzw. je Jahr max. 4 Behandlungen.

Gegen Maiszünsler in Zuckermais: Ab Schlüpfen der Larven im Zeitraum BBCH 14 (4-Blatt Stadium) bis BBCH 75 (Milchreife), Blüte ausgenommen, spritzen. Maximal 1 Behandlung pro Kultur und Jahr.
Aufwandmenge: 0,2l/ha in 300 bis 600l Wasser/ha.



Anwendung im Obstbau

Wartezeiten

Kelter- und Tafeltrauben: 14 Tage
Kartoffeln: 14 Tage
Kohlgemüse (ausg. Kohlrabi, Blattkohle): 3 Tage
Speisezwiebel: 7 Tage
Porree: 7 Tage
Bundzwiebeln: 14 Tage
Tomaten (Gewächshaus): 3 Tage
Feldsalat: 14 Tage
Gurken (Gewächshaus): 3 Tage
Auberginen (Gewächshaus): 3 Tage
Gemüsepaprika: 3 Tage
Gemüsefenchel: 7 Tage
Salate, Endivien (Freiland): 7 Tage
Salate, Endivien (Gewächshaus): 14 Tage
Rucola-Arten (Freiland, unter Glas), Schnittlauch (Nutzung als frisches Kraut) Freiland, unter Glas: 7 Tage
Erbsen (Freiland): 14 Tage
Buschbohnen (Freiland): 14 Tage
Blumenkohle, Kopfkohle (Jungpflanzenaufzucht): Die Wartezeit ist durch die Anwendungsbedingungen und/oder die Vegetationszeit abgedeckt, die zwischen Anwendung und Nutzung (z.B. Ernte) verbleibt bzw. die Festsetzung einer Wartezeit in Tagen ist nicht erforderlich.
Schnittpetersilie (Gewächshaus): 7 Tage
Zuckermais: 3 Tage
Himbeere, Brombeere: 3 Tage
Johannisbeere, Stachelbeere, Heidelbeere: 3 Tage
Erdbeere (Gewächshaus): 1 Tag
Schwarzer Holunder (Freiland): 3 Tage
Mais: Die Wartezeit ist durch die Anwendungsbedingungen und/oder die Vegetationszeit abgedeckt, die zwischen Anwendung und Nutzung (z.B. Ernte) verbleibt bzw. die Festsetzung einer Wartezeit in Tagen ist nicht erforderlich.

Resistenzmanagement

Um die Wirkung von SpinTor langfristig zu sichern und einer Resistenzentwicklung vorzubeugen, werden folgende Empfehlungen zur Anwendung des Produktes gegeben:
Vor Beginn eines Spritzprogrammes abklären, ob, wann und wie oft eingehendes Pflanzenmaterial bereits mit dem Wirkstoff Spinosad behandelt wurde. Keine Unterdosierungen vornehmen.
Es werden nicht mehr als 2 aufeinander folgende Anwendungen von SpinTor empfohlen.
Ein Wechsel mit Produkten anderer Wirkstoffklassen wird empfohlen.
Nützlingsschonung – Integrierter Pflanzenschutz
SpinTor eignet sich sehr gut als Bestandteil integrierter Schädlingsbekämpfung. Raubmilben, Florfliegen und Raubwanzen werden bei einer Pflanzenschutzmaßnahme mit SpinTor geschont bzw. können direkt nach der Behandlung ausgebracht werden. Bei Schlupfwespen wird eine Wartezeit von einer Woche empfohlen.
Verträglichkeit:
SpinTor zeichnet sich durch eine sehr gute Pflanzenverträglichkeit aus.
Anwendungstechnik:
Spritzen oder sprühen. Bei der Anwendung von SpinTor ist auf eine gute, gleichmäßige Benetzung zu achten. Zur Wirkungssteigerung wird bei Anwendung in Zwiebeln, Porree und Kohlgemüse eine Tankmischung mit Netzmitteln empfohlen. Hierbei ist auf die Verträglichkeit zu achten. Die Wassermenge ist der jeweiligen Pflanzdichte sowie dem Entwicklungsstand der Kulturen anzupassen. Überdosierungen und Abdrift sind zu vermeiden.

Ökologischer Landbau
Der Wirkstoff Spinosad besteht aus Stoffwechselprodukten des natürlich vorkommenden Bodenbakteriums Saccharopolyspora spinosa. SpinTor eignet sich zur Anwendung im ökologischen Landbau1). Im Juli 2008 wurde SpinTor in die BVL-Liste der zugelassenen Mittel für den Öko-Landbau aufgenommen.
1) Verordnung (EG) Nr. 834/2007 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 2092/91
Hinweis: In jedem Fall sind die Angaben in der Gebrauchsanleitung und die Festsetzungen der Zulassung des Produktes zu beachten!